Controlling: Wissen Sie, wo Ihr Betrieb Gewinn macht?
Finanzielle Steuerung als Führungsaufgabe
Die Inhaberin eines IT-Dienstleisters in Winterthur schaut auf die Erfolgsrechnung. Unter dem Strich steht ein Gewinn von CHF 85’000. Eine gute Nachricht. Doch sie kann eine entscheidende Frage nicht beantworten: Verdient der Support-Bereich Geld? Oder trägt der Webshop-Bereich die Verluste des Supports mit?
Ähnlich geht es einem Restaurantbetreiber in Bern. Die Buchhaltung zeigt den Gesamtumsatz Küche. Aber ob sich das Mittagsmenü rechnet oder ob es die Abendgäste quersubventionieren, bleibt unklar.
Das Problem in beiden Fällen: Die Finanzbuchhaltung zeigt den Gesamterfolg. Sie zeigt, was war. Controlling dagegen zeigt, wo genau Gewinn und Verlust entstehen. Und es zeigt, was zu tun ist.
Steuern statt nur kontrollieren
Das Wort «Controlling» kommt vom englischen «to control». Und das heisst nicht kontrollieren. Es heisst steuern. Controlling ist ein System, das drei Dinge verbindet: die Planung (wohin soll es gehen?), die Messung (wo stehen wir?) und die Steuerung (was müssen wir anpassen?).
Stellen Sie sich ein Cockpit vor. Die Finanzbuchhaltung liefert den Rückspiegel. Controlling liefert die Windschutzscheibe und das Lenkrad. Es beantwortet die Fragen, die im Tagesgeschäft wirklich zählen.
Klicken Sie auf die Karten, um zu sehen, welches Controlling-Instrument die Antwort liefert.
Fünf Schritte, wenn die Kosten aus dem Ruder laufen
Ein Produktionsbetrieb in Aarau stellt fest: Die Materialkosten liegen 12 % über dem Budget. Das ist keine Kleinigkeit. Aber sofort den Lieferanten wechseln? Das wäre voreilig. Der Controlling-Regelkreis gibt einen klaren Ablauf vor.
Der Ablauf funktioniert in jedem Betrieb gleich. Im ersten Schritt legen Sie Ziele und Budget fest. Dann setzen Sie die Massnahmen um. Im dritten Schritt erfassen Sie die tatsächlichen Zahlen. Danach analysieren Sie die Abweichungen: Liegt es an höheren Preisen? An einer grösseren Menge? An einer unvorhergesehenen Reparatur? Erst wenn die Ursache klar ist, leiten Sie im fünften Schritt Massnahmen ab. Und dann beginnt der Kreislauf von vorne.
Ein Detailhändler in Zürich stellt fest, dass die Personalkosten 10 % über dem Plan liegen. Was ist der erste Schritt im Controlling-Regelkreis?
Tun wir die richtigen Dinge? Oder tun wir die Dinge richtig?
Eine Treuhandgesellschaft in St. Gallen steht vor zwei Fragen. Die erste: Soll sie künftig auch Steuerberatung für Privatpersonen anbieten? Das ist eine Richtungsentscheidung. Sie betrifft die Zukunft des ganzen Unternehmens.
Die zweite Frage: Liegen die Kosten pro Jahresabschluss-Mandat im Rahmen? Das ist eine Effizienzfrage. Sie betrifft das laufende Geschäft.
Controlling arbeitet deshalb auf zwei Ebenen. Strategisches Controlling fragt: Machen wir das Richtige? Operatives Controlling fragt: Machen wir es richtig? Beide Ebenen ergänzen sich.
Strategisches Controlling
Zeithorizont: Langfristig (3 bis 5 Jahre)
Fragestellung: Tun wir die richtigen Dinge?
Themen: Positionierung, neue Geschäftsfelder, Investitionsentscheide, langfristige Ziele
Beispiel: Eine Schreinerei prüft, ob sie in eine CNC-Fräse investieren soll, um neue Kundensegmente zu erschliessen.
Operatives Controlling
Zeithorizont: Kurzfristig (Monat, Quartal, Jahr)
Fragestellung: Tun wir die Dinge richtig?
Themen: Budget, Kennzahlen, Kostenüberwachung, Abweichungsanalyse
Beispiel: Die Schreinerei vergleicht monatlich die tatsächlichen Holzkosten mit dem Budget und analysiert Abweichungen.
Die Frage, ob ein Gastronomiebetrieb künftig auch Catering-Dienstleistungen anbieten soll, gehört zum operativen Controlling.
Von der Theorie zur Praxis: Ihre Lernreise
Die Lerneinheit «Controlling im Überblick» begleitet Sie durch sieben Kapitel. Sie starten mit einem durchgängigen Musterfall aus der Praxis. In jedem Kapitel wenden Sie das Gelernte direkt auf diesen Fall an.
Am Ende der Lerneinheit kennen Sie den Controlling-Regelkreis. Sie können strategisches von operativem Controlling unterscheiden. Und Sie wissen, welche Instrumente zu welcher Fragestellung passen: von der Budgetierung über die Deckungsbeitragsrechnung bis zur Investitionsrechnung.
Welche der folgenden Aufgaben gehören zum Controlling? (Mehrere Antworten möglich.)
Das Wichtigste in Kürze
- Controlling bedeutet Steuern. Es verbindet Planung, Messung und Steuerung zu einem System. Die Finanzbuchhaltung zeigt die Vergangenheit. Controlling zeigt die Zukunft.
- Der Regelkreis gibt die Struktur. Planen, Umsetzen, Messen, Analysieren und Steuern. Dieser Ablauf hilft Ihnen, Abweichungen systematisch zu bearbeiten.
- Zwei Ebenen ergänzen sich. Strategisches Controlling fragt nach der Richtung. Operatives Controlling fragt nach der Effizienz. Beide brauchen eigene Instrumente.
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